Flashiger Hechtstreamer für den Herbst - Bindeanleitung

Es ist schon wieder Oktober und die Forellensaison ist in ein paar Tagen vorüber. Kurz ist sie mal wieder gewesen und viele bereiten sich bereits auf einen langen Winter am Bindetisch vor. Unsere Gedanken sind allerdings schon wieder ganz woanders. Oktober heißt bei uns Schichtwechsel. Die Forelle geht in Ruhezeit und übergibt das Staffelholz dem Hecht. Die herbstliche Umwälzung des Wassers sorgt für etwas Unruhe im Gewässer. Die Nahrung wird in allen Wasserschichten verteilt und die Brutfische müssen dieser folgen. Das Wasser an der Oberfläche und in den Randbereichen kühlt deutlich ab und der Hecht fängt an, sich wieder richtig wohl zu fühlen. Für die Hechtfischerei eine sehr interessante Phase. Und wir haben hier in Köln sogar das Glück, ganz fantastische Hechtgewässer im näheren Umkreis zu haben, die wir wunderbar mit der Fliege befischen können. Vor Allem die unzähligen Gewässer Hollands sind schnell erreicht und bieten tolle Ziele für einen Tagestrip.

 

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Flash-Fliegen können der Knaller sein. In stark befischten Gewässern und überall dort, wo viel mit Spinnködern gefischt wird, können Glitzerfliegen unter Umständen eine größere Scheuchwirkung haben. Aber sie haben aber zwei entscheide Vorteile: 1) Flashfliegen sind extrem leicht und können fast stationär präsentiert werden, und 2) die Farbauswahl, die uns die synthetischen Materialien bieten, ist enorm. Wir können also die Farbe und in gewisser Weise den Glitzereffekt perfekt an die jeweiligen Gewässerbedingungen anpassen. Wasserklarheit, -farbe, und Helligkeit. Trüberes Wasser: knalligere Fliegen - klares Wasser: etwas subtiler. In den Poldern beispielsweise, wo das Wasser einen angenehmen Trübungsgrad hat, fische ich gern die Fire Tiger oder Regenbogenfarben. Ist das Wasser klar, setzte ich auf ganz schwarz oder dunklere grün/orange Töne. In anderen Gewässern wiederum, wie dem Rügener Bodden, wo die Fische sich von Hering ernähren, imitieren helle Blau- und Grüntöne die Beute perfekt. Den Fliegen sind also kaum Grenzen gesetzt. Ich persönlich habe sehr viel Vertrauen in die Farbe Fire Tiger, besonder an den Poldern fische ich die Farbe gern. Das Material saugt außerdem kein Wasser und das Werfen auch großer Distanzen fällt sehr leicht. 

Point-of-no-return

 

Close-Quaters-Battle

Ein ganz radikaler Vorteil dieser Art von Fliegen ist für mich ganz einfach der gering Aufwand: Wenige Arbeitsschritte und wenig unterschiedliches Material = günstig. Auch nach vielen Fischen bleibt das Material auf dem Haken, ggf. müssen die Augen nachgeklebt oder der Haken nachgeschärft werden. Die Fliege ist fast unkaputtbar!

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Die Variante, die wir Euch hier vorstellen, ist artikuliert. So spielt der Schwanz verführerisch im Wasser, da er auf einem separaten Element gebunden ist. Gerade wenn sie langsam geführt wird ist dieser Effekt toll. Die Fliege lässt sich selbstverständlich auf komplett auf den Haken binden. Dies spart natürlich etwas Zeit. 

Ich fische Flashfliegen gerne unbeschwert. Nur selten beschwere ich sie mit etwas Bleidraht. Lieber wähle ich eine schneller Sinkende Schnur, um den Schwebeeffekt der Fliege nicht zu verfehlen - einer der Hauptvorteile in meinen Augen. 

 

Material:

 

Schritt 1: Eine kleine Schlaufe mit dem Hard Mono formen und mit Hilfe des Bindestocks arretieren. 

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 Mit etwas Sekundenkleber bleibt alles an Ort und Stelle und wird auch später von den schargen Hechtzähnen nicht auseinander gepflückt!

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Schritt 2: Ein paar Stähnen des Flashabou nehmen und doppelt umgeschlagen einbinden. Die Enden ein bisschen auseinanderzupfen, um den Schwanz etwas zu verjüngen.  

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 Das Gleiche direkt davor nochmal wiederholen. Diesmal allerdings nur mit der halben Länge (Strähnen einmal in der Mitte durchschneiden). Achte darauf, dass es gleichmäßig um das Mono gelegt ist. 

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 Doppelt umschlagen und einbinden. 

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 Mit einem Kopfknoten sichern und etwas Sekundenkleber zur Sicherheit. Der Schwanz ist fertig.

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Schritt 3: Eine Grundwicklung auf den Haken legen und das Mono seitlich am Hakenschenkel einbinden. 

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Direkt am Hakenbogen den Schwanz einschlaufen und das Mono auf der anderen Seite des Hakenschenkels nach vorne binden. Alles wieder mit Sekundenkleber absichern!

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Schritt 4: Die erste Schicht habe ich gern etwas länger und halbiere zunächst die Stähnen und Binde das Material dann wie in Schritt 2 doppelt und gleichmäßig um den Schenkel gewickelt ein.

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Schritt 5: Für den Körper verwende ich gern eine Dubbingschlaufe. Das spart Zeit und Arbeitsschritte. Außerdem wird das Material so schön gleichmäßig und voluminös eingebungen. Wie bei einem Brush.

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Bevor ich das Material in die Schlaufe spanne, drittel ich die Stränen und zupfe sie an den Enden etwas auseinander, sodass sie nicht zu gleichmäßig sind.

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 Dann vorsichtig anfangen das Material einzudrehen. Wenn es zu schnell gedreht wird, fängt sich das Material schonmal selbst und der Brush-Effekt wird verfehlt. 

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Wenn alles schön verdrallt ist, einfach gleichmäßig um den Haken legen und immer nach hinten streichen. Am Ende mit dem Bindefaden abfangen. 

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Schritt 5 wird solange wiederholt, bis wir vorne am Öhr angelangt sind. Je weniger Material man pro Schlaufe einspannt, desto ordentlicher wird es, desto länger dauert es aber auch. Zwischen jedem Schritt stets mit Sekundenkleber absichern. So wird die Fliege viel mehr Fische durchhalten.

 

Kleiner Tip: Zwischen zwei Schlaufen kannst Du das Material mit kleinen Klemmen nach hinten halten. So ist es beim Twisten und Einbinden der Schlaufe nicht im Weg!

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Schritt 6: Am Hakenöhr mit dem Faden einen kleinen Kopf formen und den Faden mit einem Kopfknoten absichern. 

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Wenn die Schlaufentechnik gut funktioniert hat ist das Material auf allen Seiten gleichmäßig um den Haken gewickelt. 

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Schritt 7: Bevor die Augen befestigt werden verpasse ich der Fliege einen groben Haarschnitt. Ich arbeite mich gerne von hinten nach vorne, um der Fliege ein natürliches Taper zu verleihen. 

Dann die Augen parallel befestigen. Entweder mit etwas Sekundenkleber oder mit der Eigenhaftung vorsichtig an Ort und Stelle bringen. Dann die Zwischenräume mit Bug Bond ausfüllen und mit einer UV Lampe aushärten lassen. 

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Ruhig auch die Augen mit etwas UV-Kleber benetzen, um deren Festigkeit auf der Fliege zu erhöhen.

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Uuunndd....Fertig ist der Flash-Hechtstreamer:

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  • Hoffentlich ein Top Streamer für Rügen

    Hi, die gleichen Streamer mit der BZ Bindeweise habe ich für Rügen gebunden. Bin mal gespannt wie die laufen. Beim Test im heimischen Gewässer haben Sie schon mal einen guten Eindruck gemacht, aber leider keinen Fisch hervor geholt. Der Tip mit der Farbe für Heringe den du mir gegeben hast hört sich auf jeden Fall schon mal gut an.

  • Polderstreamer

    Wir haben die Fliegen in den letzten Wochen an den holländischen Poldern ausgebieg getestet. Sie funktionieren einfach !